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Veranstaltungen

  Chemnitz – 20.05.2016

Fachtag: Familien und Kinder im Blick! Early Excellence – Ein Ansatz für ganzheitliche Bildung im Sozialraum

Veranstaltungsbericht

 

Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie führte zusammen mit dem stiftungseigenen Felsenweg-Institut, der Heinz und Heide Dürr Stiftung, dem Pestalozzi-Fröbel-Haus sowie Vertreten der Stadt Chemnitz am 20.05.2016 in dem neuen Hörsaalgebäude der Technischen Universität einen Fachtag mit dem Titel: „Familien und Kinder im Blick – Early Excellence – Ein Ansatz für ganzheitliche Bildung im Sozialraum“ durch. Der mit über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgebuchte Fachtag für pädagogische Fachkräfte, Entscheidungsträger und Politiker aus den Bereichen Frühkindliche Bildung, Frühe Hilfen, Elternbildung, Frühförderung und Jugendhilfe informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmern über den Early Excellence-Ansatz und gab im Rahmen von Fachvorträgen und Workshops Anregungen für die praktische Umsetzung in Städten, Gemeinden und einzelnen Kindertageseinrichtungen.

eec_fachtag_chemnitz_impression_2Zentrales Anliegen der zwei Stiftungen und des Pestalozzi-Fröbel-Haus ist es, die Anregungen des englischen Early Excellence-Ansatzes aufzugreifen und auf das deutsche Bildungssystem übertragbar zu machen. Daher gab der gemeinsam veranstaltete Fachtag einen Ein- und Überblick über gelungene Beispiele passgenauer Angebote für Familien auf Grundlage des Early Excellence-Gedankens.

 

Während des von Martina de Maizière moderierten Einstieges haben die Vertreterinnen der drei Institutionen die jeweiligen Schwerpunkte ihrer Arbeit und Projekte vorgestellt. Hierbei wurde besonders deutlich, wie sich die Arbeit der Kooperationspartner ergänzt und im Sinne von Familien bereichert. „Wenn wir Eltern als Experten ihrer Kinder wahr- und ernstnehmen, dann unterstützen wir die positive Entwicklung ihrer Kinder. Nur so gelingt es uns, die individuellen Bedürfnisse von Familien wahrzunehmen und passgenaue Angebote für sie zu entwickeln.“, sagte Isa Baumgarten Vorsitzende des Vorstands der Heinz und Heide Dürr Stiftung.

 

eec_fachtag_chemnitz_workshop_Hebenstreit-Mueller_2Prof. Sabine Hebenstreit-Müller unterstrich in diesem Zusammenhang: „Es ist wichtig, die pädagogischen Fachkräfte bei dieser Aufgabe durch Fort- und Weiterbildungen zu unterstützen und sie zu begleiten. Erzieherinnen und Erzieher müssen befähigt werden, die kindlichen Entwicklungsschritte so zu beobachten und zu beschreiben, dass Eltern ihr Kind darin wiedererkennen können. Auf dieser verbindenden Grundlage lässt sich ein Vertrauensverhältnis auf- und ausbauen sowie entwicklungsförderndes Handeln gemeinsam gestalten. Es kommt also zu einer echten Bildungszusammenarbeit und Beteiligung der Eltern.“

 

Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstand der Karl Kübel Stiftung, zog den Kreis noch etwas weiter und führte aus: „Damit Stadtteile, Gemeinden oder einzelne Sozialräume familienfreundlicher werden, müssen Kindertageseinrichtungen sich zu Familienzentren weiterentwickeln. Familienzentren sind ideale Begegnungsräume die zusammen mit Partnern aus dem Sozialraum passgenaue Unterstützungen für Familien bereitstellen können. Dabei ist es wichtig, Familien in ihrer Vielfalt wahrzunehmen und mit Wertschätzung zu begegnen. So vielfältig wie die Familien in einem Stadtteil bzw. einer Gemeinde sind, so vielfältig ist auch das Angebot an Familienzentren. Kein Familienzentrum ist gleich, weil seine Familien nicht gleich sind.“

 

Im Anschluss an den Auftakt wurde durch vier Fachreferate die inhaltliche Grundlage für die späteren praxisorientierten Werkstätten gelegt. Was bedeutet sozialraumorientiertes Arbeiten? Was bedeutet Inklusion und wie können wir Vielfalt in Kindertageseinrichtungen wertschätzen? Was bedeutet Elternbeteiligung und –zusammenarbeit für den pädagogischen Alltag? Und was bedeutet es, wenn die Arbeit in Kindertageseinrichtung von einem positiven Blick auf das Kind her gedacht wird? In den Fachreferaten erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick was Familienzentren, die nach dem Early Excellence-Ansatz arbeiten, für die Familien leisten.

 

eec_fachtag_chemnitz_marktplatz_impression_11Der Marktplatz, bei dem sich zahlreiche Einrichtungen, Kommunen und Institutionen vorstellten, verband das Vorgetragene der Fachreferate mit konkreten Beispielen aus der Praxis. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten durch den Marktplatz die Möglichkeit, sich mit Expertinnen und Experten über das zuvor Gehörte auszutauschen.

 

Dass Familienfreundlichkeit und der Early Excellence-Ansatz nicht nur ein Thema für pädagogische Fachkräfte sind, zeigte auch die rege Teilnahme von Vertreterinnen und Vertreter der Politik, der Verwaltung, der Träger sowie anderer Organisationen. Dabei wurde deutlich, dass die Unterstützung von Familien eine Querschnittsaufgabe ist, die nicht vor den Türen einer Kita endet. Der Fachtag „Familien und Kinder im Blick“ hat allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verdeutlicht, dass man durch Kooperationen und Zusammenarbeit mehr erreicht. Dabei sind die Arbeit nach dem Early Excellence-Ansatz und ein ganzheitlicher, sozialraumorientierter Bildungsansatz ein erfolgreicher Weg zu Inklusion und mehr Chancengerechtigkeit in der frühkindlichen Bildung.

 

Mehr Informationen zum Early Excellence-Ansatz und dem englischen Original finden Sie unter.


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