JEDES KIND IST WICHTIG!

Sachsen

Das Kinderhaus als Werkstatt des Lernens

Das Dobritzer Kinderland

 

Das Kinderhaus Dobritzer Kinderland versteht sich als ein Ort der Begegnung und des Austausches, des Zusammenlebens und der Bildung von Kindern. Ein Team von aktuell 17 pädagogischen Fachkräften begleitet 150 Kinder bei ihren Bildungs- und Lernprozessen im Krippen-, Kindergarten- und Hortalter. Geöffnet ist die Einrichtung von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr.

 

Dem Leitgedanken des französischen Pädagogen Célestine Freinet folgend, den Kindern das Wort zu geben, steht im Dobritzer Kinderland das Kind als eigenständige Person im Mittelpunkt. Die Beziehung ist getragen von Kooperation und gegenseitiger Verantwortlichkeit, die Raum für eigenes Ausprobieren und Experimentieren lässt. Jedes Kind soll seinen eigenen und jede Familie ihren unverwechselbaren Entwicklungsweg finden und dabei eine angemessen sowie verlässliche Entwicklungsbegleitung durch das Team erleben. Das Dobritzer Kinderland ist eine der fünf Dresdner Kindertageseinrichtungen des sachsenweit tätigen Trägers KINDERLAND-Sachsen e.V. Seit dem Jahr 2011 ist das Kinderhaus eine Konsultationseinrichtung und Multiplikator für „Early Excellence“.

 

Dobritz – ein Stadtteil mit traditionsreicher Geschichte
Das Kinderhaus liegt im Dresdner Stadtteil Dobritz/Seidnitz und ist im Gemeinwesen fest verankert. Ein alter bäuerlich geprägter Dorfkern gehört ebenso zu Dobritz wie der im Volksmund bekannte „VEB Schokopack“, ein Betrieb, der Schokoladen- und Verpackungsmaschinen herstellt. Heute ist dieser Stadtteil Dresdens dank seiner Nähe zur Elbe, der guten Verkehrsanbindung und einer traditionsreichen Geschichte ein beliebter Wohnort, in dem viele Familien seit Generationen leben. Die familiäre Verbundenheit ist auch in der Kita zu spüren und wird von ihr unterstützt.

Wichtige Grundsätze unserer pädagogischen Arbeit

Für jedes Kind ist Spielen die „wichtigste Arbeit“

„Nicht für alle das Gleiche zur selben Zeit“, so lautet das Motto des Kinderhauses. Vielmehr soll jedes Kind seine persönlichen Interessen und Fähigkeiten entdecken. Kindern brauchen dafür
Frei r ä u m e, die ihren Erfindergeist herausfordern. Die Kita wird in diesem Sinne zu einer Werkstatt des Lernens, in der die Angebote zum Staunen anregen und die Lernumgebung ein forschendes Entdecken ermöglicht.

Den Kindern das Wort geben – zum Beispiel im Kinderrat

Den Kindern das Wort zu geben bedeutet für uns, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich einzumischen, Entscheidungen zu treffen und, dem Alter entsprechend, in eigener Verantwortung zu handeln. Der Kinderrat ist in unserem Kinderhaus daher eine feste Institution. Wöchentlich treffen sich Kinder, um zu besprechen, was sie bewegt, was sie verändern oder planen möchten. Darüber hinaus können die Kinder ihre Aktivitäten frei wählen und hierfür die unterschiedlich gestalteten Erfahrungsräume unseres großen Hauses wie die Tonwerkstatt, das Bauzimmer, den großen Garten oder die Sauna nutzen.

 

Die Potentiale der Eltern nutzen 

 

Eltern – so verschieden sie auch sein mögen – sind für ihre Kinder erste bedeutungsvolle Bezugspersonen. Geht es den Eltern gut, geht es in der Regel auch den Kindern gut. Die Basis der Zusammenarbeit liegt für uns im Respekt, der Wertschätzung und einer Orientierung an den Ressourcen, die die Eltern mitbringen und die sich zeigen

Beim gemeinsamen Kochen in Eigenregie der Eltern

Wenn der Tisch für das Vier-Gänge-Menü vorbereitet wird und das Gemüse in der Pfanne brutzelt, dann gehört die Kita-Küche den Familien. Ob Vater, Mutter oder Kind, alle Hände sind willkommen. Zwei Mal im Jahr treffen sich zwölf Familien, um in Eigenregie ein schmackhaftes Essen zuzubereiten. Gemeinsam zu Essen, das verbindet.

Bei den Hobbyabenden für Eltern oder dem traditionellen Familiencafé

Das Familiencafé in der „Guten Stube“ hat im Kinderhaus bereits eine lange Tradition und ist ein gern besuchter Ort im Stadtteil. Über die Jahre hinweg ist ein familiärer Zusammenhalt entstanden, der Ehemalige, Großeltern, Verwandte aber auch Nachbarn gleichermaßen anspricht. Alle schätzen das offene Angebot des Kinderhauses, weil sie den Ort mögen und zugleich Menschen aus ihrem Umfeld treffen können. Manche Eltern mögen es, sich auch einmal ohne Kinder mit anderen zu treffen. Wieder andere bringen gerne die Kinder mit. Für die Organisation sind alle verantwortlich: den Kuchen bringen die Eltern mit, die Hortkinder decken ein und das Kinderhaus stellt den Kaffee zur Verfügung und beim Aufräumen packen alle mit an.

Auf eines ist seit vielen Jahren Verlass: Immer wieder mittwochs ist das Familiencafé in der „Guten Stube“ oder auf der Terrasse nachmittags für zwei Stunden geöffnet.

Bei den mehrmals im Jahr stattfindenden Jazznachmittagen in der Kita

Großväter ehemaliger Kindergartenkinder fühlen sich der Kita noch immer verbunden und übernehmen die Gestaltung der Jazzabende. Dass die Abende stets gut besucht sind, versteht sich fast von selbst.

Beim weihnachtlichen „Striezelmarkt“

Die gegenseitige Verantwortlichkeit zeigt sich z.B. auch beim jährlich stattfindenden „Striezelmarkt“, den die Eltern in Eigenregie planen und organisieren, während das pädagogische Personal als Tandempartner unterstützend zur Seite steht. Doch Eltern dürfen sich nicht nur einbringen und beteiligen, hin und wieder dürfen sie auch einmal den Abend ohne Kinder genießen, dann übernehmen die Erzieherinnen nämlich die Betreuung der Kinder bei den sog. „Eltern-Auszeit-Abenden“.

Beim Väterprojekt „Piratenschiffbau“

Die Idee, ein Piratenschiff zu bauen, brachten Kinder vor ein paar Jahren in den Kinderrat ein. Auf die Frage der Erzieherin, wer das denn bauen könne, brachten sie ihre Väter ins Spiel. Und so kam es, dass über viele Wochen hinweg Väter – zunächst mit etwas Überredungskunst ihrer Kinder – regelmäßig und am Ende mit wachsender Begeisterung ihre Zeit in der Kita mit dem Bau eines Piratenschiffes verbrachten. Eine bleibende Erinnerung mit hohem (Spiel-)Wert für die Kinder.

Die Förderung der Beteiligung und Selbstorganisation von Eltern sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote für Familien sind, wie die Beispiele zeigen, wichtige Bestandteile unseres Konzepts.

Öffnung zum Sozialraum

Als Kinderhaus wollen wir nicht nur die Kinder im Blick haben, sondern auch die Familien und das Umfeld der Kita. Ohne Kooperationspartner vor Ort, ohne eine Vernetzung und ohne die Möglichkeiten aber auch die Herausforderungen im Umfeld der Kita ist der Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsauftrag in guter Qualität kaum zu erfüllen. Daher ist die Öffnung zum Sozialraum ein Baustein unserer Konzeption.

Konkret zeigt sich dies zum Beispiel daran, dass wir für Grundschulkinder aus der benachbarten „Lernförderschule“ eine Hortgruppe eingerichtet haben. Diesen Kindern stehen, neben ihrer Hortgruppe, alle Räume des Hauses offen. Manche besuchen besonders gerne die Kinderkrippe und genießen den Kontakt zu den jungen Kindern. Andere schätzen besonders die Tonwerkstatt oder den großen Garten. Um mit den Eltern einen guten Kontakt aufbauen zu können, bieten wir statt eines Elternabends Elternnachmittage an. Zunächst als Spielnachmittage mit Eltern und Kindern zusammen, später als Gesprächsnachmittage nur mit Eltern. Es ist uns gelungen, dass Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes, des Allgemeinen Sozialdienstes und des Jugend- und Sozialamtes ihre Sprechstunden im Kinderhaus abhalten. Logopädie und Ergotherapie finden ebenfalls in Räumen des Kinderhauses statt.

Neben der guten Kooperation mit der Lernförderschule pflegen wir weitere Kontakte im Sozialraum, wie die Grafik zeigt.

 

Das ist in der Kita besonders wichtig

  • Als Kinderhaus sind wir für Kinder und Eltern gleichermaßen da. In diesem Sinne verstehen wir uns auch als Familienzentrum, das versucht, das Lebensumfeld der Familien mit einzubeziehen und passgenaue Angebote für Kinder und ihre Familien bereitzuhalten.
  • Die Kontinuität von Beziehungen und der Zusammenhalt im Kinderhaus sind uns besonders wichtig. Großeltern, Verwandte und Ehemalige gehören selbstverständlich mit dazu und sind immer wieder mit dabei.
  • Die Projekte mit „Profis“ sind ein wichtiger Baustein unseres pädagogischen Konzepts. Durch die Mitarbeit eines bildenden Künstlers, eines Forstwirts und einer Klavierlehrerin auf Honorarbasis können unsere Kinder von und mit Experten lernen und viel Neues entdecken.

Mehr Informationen über das Kinderhaus Dobritzer Kinderland finden Sie unter diesem Link.

Konsultationseinrichtungen finden: